IDW S6: Neufassung des Standards zu den Anforderungen an Sanierungskonzepte im Entwurf verA�ffentlicht

Das Institut der WirtschaftsprA?fer in Deutschland e.V. (IDW) hat am 08.09.2017 den Entwurf der A?berarbeiteten Fassung des Standards zu den Anforderungen an Sanierungskonzepte (IDW S6) zur Diskussion gestellt.
Es ist derzeit davon auszugehen, dass der neue Standard Mitte 2018 den bisherigen Standard IDW S6 ablA�sen wird.

Wesentliche A�nderungen

Klarstellung genereller Anforderungen an Sanierungskonzepte sowie mA�glicher KomplexitA�tsreduzierungen bei KMU

Das IDW weist im ES6 erfreulich deutlich darauf hin, dass bei der Detailtiefe der Analyse sowie dem Umfang der Berichterstattung der Grundsatz der Wesentlichkeit zu beachten ist (Rz. 11).
Insbesondere bei der bisher nicht eindeutig beantworteten Frage der Analyse der Krisenstadien weist das IDW im ES6 darauf hin, dass im Einzelfall zu analysieren ist, welche vorgelagerten Krisenstadien im Sanierungskonzept A?berhaupt zu berA?cksichtigen sind (Rz. 23) a�� Krisenstadien, die das Unternehmen nicht durchlaufen hat, sind auch nicht zu dokumentieren. Gleiches gilt fA?r die Analyse und Berichterstattung der wirtschaftlichen Ausgangslage: Das IDW stellt in Rz. 36 klar, dass sich die TA�tigkeit des Sanierungsberaters auf diejenigen Sachverhalte fokussieren sollte, die fA?r die Ableitung von SanierungsmaAYnahmen und damit fA?r den Erfolg der nachhaltigen Unternehmenssanierung tatsA�chlich relevant sind.
FA?r die Anforderungen bei der Sanierung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie den bei diesen mA�glichen Vereinfachungen wurde erstmals ein gesonderter Gliederungspunkt aufgenommen (Rz. 31 ff.). Damit begegnet das IDW dem Vorwurf, dass der IDW S6 fA?r KMU nicht praktikabel sei.

Darstellung eines zweistufigen PrA?fungsaufbaus zur Vermeidung von Haftungsrisiken

Das IDW weist darauf hin, dass mit zunehmender InsolvenznA�he zunA�chst zu prA?fen ist, ob bereits InsolvenzgrA?nde vorliegen, um diese mindestens temporA�r fA?r die Dauer der Erstellung des Sanierungskonzeptes zu beseitigen (Rz. 12 und 76 ff.).
In der Praxis hat es sich bewA�hrt, dieses Vorgehen durch einen vorgeschalteten Krisen Quick-Check mit nachgelagerter Erstellung eines Sanierungskonzeptes umzusetzen.
Eine solche abgestufte PrA?fung schA?tzt nicht nur den Unternehmer vor einer potenziellen Haftung wegen Insolvenzverschleppung und anderer StraftatbestA�nde, auch Kreditinstitute und weitere Vertragspartner profitieren, da mit der Feststellung, dass InsolvenzgrA?nde gerade nicht vorliegen, auch die Anfechtungsrisiken im Falle eines Scheiterns der Sanierung deutlich reduziert werden. Zudem kann bereits in einem sehr frA?hen Stadium der Sanierungsbegleitung festgestellt werden, ob und inwieweit die Stakeholder tatsA�chlich die notwendigen SanierungsmaAYnahmen umsetzen kA�nnen und wollen.

Stellungnahme zur Frage, wer das Sanierungskonzept erstellen soll

Auch zu der Frage, ob nicht der WirtschaftsprA?fer, der das Krisenunternehmen bereits kennt, das Sanierungskonzept erarbeiten kann oder soll, hat das IDW im ES6 Stellung genommen: Da der WirtschaftsprA?fer als AbschlussprA?fer im Zweifel gemA�AY A� 252 HGB die ZukunftsfA�higkeit des zu prA?fenden Unternehmens beurteilen muss, darf er dieser TA�tigkeit nicht ein durch ihn selbst erarbeitetes Konzept zugrunde legen (Rz. 29). Somit besteht auch hier eine einheitliche Linie zu der Rechtsprechung des BGH, wonach es auf die Beurteilung der SanierungsfA�higkeit durch einen unvoreingenommenen Fachmann ankommt.

Hinweis zur Erstellung von Sanierungskonzepten fA?r Unternehmen im Konzernverbund

FA?r Konzerne, die in eine Krisensituation geraten sind, enthA�lt der ES6 des IDW den a�� eigentlich selbstverstA�ndlichen a�� Hinweis, dass auch die wirtschaftlichen Verflechtungen innerhalb des Konzerns zu betrachten sind. Hier gilt es, insbesondere auch die ZahlungsfA�higkeit der einzelnen Konzerngesellschaften zu berA?cksichtigen (Rz. 47). Da in vielen Konzernen die ZahlungsstrA�me im Cash-Pool-System verteilt werden, ist hier die einschlA�gige Rechtsprechung zur ZahlungsfA�higkeitsprA?fung zu berA?cksichtigen.

Fazit und Folgen fA?r die Praxis

Die Anpassung des IDW S6 bezA?glich der Erstellung von Sanierungskonzepten fA?r KMU greift die aktuelle Rechtsprechung des BGH aus Mai 2016 konstruktiv auf und stellt damit erfreulich deutlich klar, dass der Umfang von Sanierungskonzepten sich nicht nach formalen Kriterien richtet, sondern ausschlieAYlich am Bedarf und der jeweiligen Krisensituation des zu betrachtenden Unternehmen zu orientieren ist.
Die hA�ufig gestellte Frage, welche Inhalte ein Gutachten mindestens haben muss und ob nicht ein a�zLight-Konzepta�? ausreichend sei, dA?rfte damit beantwortet sein a�� ein gutes Sanierungskonzept befasst sich schwerpunktmA�AYig mit den Sachverhalten, die fA?r eine nachhaltige Wiederherstellung der UnternehmensrentabilitA�t bedeutsam sind. Bedeutungslose Inhalte mA?ssen in keinem Sanierungskonzept auftauchen. Dies entbindet die Beteiligten allerdings nicht, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Fragen

AMB unterstA?tzt Sie als mittelstA�ndisches (Familien-)Unternehmen in bei der A?berwindung Ihrer Unternehmenskrise und begleitet Sie in diesem Zusammenhang auch kompetent bei der Umsetzung von MaAYnahmen. Sprechen Sie uns an, um gemeinsam mit uns nicht nur ein schlA?ssiges und den Anforderungen der Rechtsprechung genA?gendes Sanierungskonzept fA?r Ihr Unternehmen zu erstellen, sondern aktiv zusammen mit uns Ihr Unternehmen aus der Krise zu manA�vrieren.